

13.07.18 –
Die Grundstücke am Checkpoint Charlie sollen jetzt verwertet werden. Der Investor hat große kommerzielle Ideen. Nach dem Letter of Intent, den die Senatsverwaltung und der Investor bereits unterschrieben haben, soll es 49.500 m2 Nutzfläche für den Investor geben. Für Berlin gibt´s im Tausch 1000 m2 Freifläche für einen Erinnerungsort. Für ein Museum kann Berlin 3000 m2 Fläche, größtenteils im Keller, zum üblichen Preis anmieten. Im Moment läuft auch noch das B-Plan-Verfahren mit einer intensiven Bürger*innen- und Expert*innenbeteiligung.
Ja, es wird Zeit, dass am Checkpoint Charlie etwas passiert, das über Budenzauber und Strandbar hinausgeht. Doch wir müssen uns fragen, was wir für Berlin an diesem besonderen Ort wollen und brauchen. Und was wird dem berühmtesten Grenzübergang der Geschichte des 20. Jahrhunderts denn gerecht?
Angemessen wäre hier ist ein echter Erinnerungsort und historische Informationen auch ohne Eintrittsgelder. Wir brauchen viel Freiraum, um die Geschichte wieder spürbar zu machen. Wir müssen die archäologischen Überreste, die noch existieren, erhalten und zeigen. Das Museum im Innenraum braucht die Sichtbeziehung zum originalen Ort der Geschichte. Um den Ort zu heilen, wie manche es fordern, ist eine Blockrandbebauung mit Nutzung als Büro- oder Geschäftsfläche und wenigen überteuerten Wohnungen nicht geeignet. Hier muss neben dem Tourismus auch das alltägliche Berliner Leben stattfinden können mit Aufenthaltsqualität, die auch für die Berliner*innen attraktiv ist.
Nicht zuletzt muss auch der Straßenraum in die Überlegungen einbezogen werden. Die Friedrichstraße muss sich der Realität mit großen Mengen von Fuss- und Radverkehr anpassen. Eine Hauptverkehrsstraße, die auf Auto- und Busverkehr ausgerichtet ist, ist an dieser Stelle ungeeignet. Besser wäre z.B. eine Begegnungszone, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Busse, die parken und warten, sind an dieser Stelle völlig fehl am Platz. Die Möglichkeiten für Touristengruppen, zum Checkpoint Charlie zu gelangen, muss in einem Verkehrskonzept gelöst werden. Die gute Nachricht ist, die Diskussion ist eröffnet. Das Interesse in der Stadtgesellschaft ist da. Arbeiten wir an einem gutes Ergebnis für die Berliner*innen und die Berliner Geschichte!

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